Deutsch

ANKÜNDIGUNGEN

Das letzte Projekttreffen fand am 21. und 22. September 2012 in Antalya, Türkei statt, mit besonderer Beteiligung von Dr. Wolfram Ebell von der Charité in Berlin.

Pilotstudien wurden in der Türkei (Anadolu Medical Center, Hacettepe University Hospital, Oncology Nurses Association’s Hematopoietic Stem Cell Transplantation Nursing Course, Akdeniz University Hospital und Dışkapı Children’s Health and Diseases Oncology Hospital), der Tschechischen Republik (Motol University Hospital) Spanien (La Fe University Hospital) und Deutschland (Charite Universitätsklinikum) während des Monats September 2012 durchgeführt.

Oberschwester Nevin Çetin und Projektgruppen-Mitarbeiterin Ajdan Küçükçiftçi stellten das Projekt und das bmtcare-Webportal im Anadolu Medical Center in Istanbul am 17. September 2012 vor.

Oberschwester Nevin Çetin stellte das Projekt und das bmtcare-Webportal beim Oncology Nurses Association’s Hematopoietic Stem Cell Transplantation Nursing Course am 20. September 2012 vor.

Prof. Dr. Duygu Uçkan, Oberschwester Nevin Çetin und andere Projektgruppen-Mitglieder von Hemosoft stellten das Projekt und das bmtcare-Webportal im Akdeniz University Hospital, KMT-Station in Ankara am 21. September 2012 vor.

Prof. Dr. Duygu Uçkan, Oberschwester Nevin Çetin und andere Projektgruppen-Mitglieder von Hemosoft stellten das Projekt und das bmtcare-Webportal im Dışkapı Children’s Health and Diseases Oncology Hospital in Ankara am 3. September 2012 vor.

Unsere Projektgruppe nahm am Kongress “The 8th Meeting of the EBMT Pediatric Diseases WP” am 07. bis 09. Juni 2012, in Prag, Tschechische Republik teil. Projektergebnisse wurden präsentiert.

Dr. Petr Sedlacek und Dr. Duygu Uçkan besuchten die 38. Jahrestagung der European Group for Blood and Marrow Transplantation vom 1.-4. April 2012, in Genf, Schweiz.

Oberschwester Nevin Çetin und Oberschwester Guliz Karataş von der pädiatrischen Einheit des Hacettepe University Hospital stellten die Ergebnisse unseres Projekts auf dem „7th National BMT and Stem Cell Treatments Congress“ in Antalya, Türkei im Namen unserer Projektgruppe vor.

Das dritte Projekttreffen fand am 26.-27. April 2012 an der Universität Bremen mit der Beteiligung von Dr. Wolfram Ebell aus der Charité in Berlin statt.

Die 2. Wissenschaftliche Tagung des Projekts wurde am 25. November 2012 in Valencia, Spanien im Universitätsklinikum La Fe einberufen.

Die Umfrage zur Ermittlung der pädagogischen Bedürfnisse des Pflegepersonals ist jetzt in englischer Sprache abrufbar. Klicken Sie hier.

The First Prof. Dr. Duygu Uçkan, Oberschwester Nevin Çetin und andere Projektgruppen-Mitglieder von Hemosoft stellten das Projekt und das bmtcare-Webportal im Dışkapı Children’s Health and Diseases Oncology Hospital in Ankara am 3. September 2012 vor.

The project sDer Zeitplan für das Projekt-Tool inklusive Funktionen wie „Hinzufügen/Bearbeiten/Löschen“ steht nun auf dem Portal zur Verfügung. Klicken Sie hier.

Unsere Projektgruppe nahm am Kongress “The 8th Meeting of the EBMT Pediatric Diseases WP” am 07. bis 09. Juni 2012, in Prag, Tschechische Republik teil. Projektergebnisse wurden präsentiert.

Das dritte Projekttreffen fand am 26.-27. April 2012 an der Universität Bremen mit der Beteiligung von Dr. Wolfram Ebell aus der Charité in Berlin statt.

Dr. Petr Sedlacek und Dr. Duygu Uçkan besuchten die 38. Jahrestagung der European Group for Blood and Marrow Transplantation vom 1.-4. April 2012, in Genf, Schweiz.

Oberschwester Nevin Çetin und Oberschwester Guliz Karataş von der pädiatrischen Einheit des Hacettepe University Hospital stellten die Ergebnisse unseres Projekts auf dem „7th National BMT and Stem Cell Treatments Congress“ in Antalya, Türkei im Namen unserer Projektgruppe vor.

Kick Off-Meeting in Istanbul, Türkei

Das Kick-off Meeting des Projekts mit dem Titel Interaktive Unterrichtsmaterialien für das Pflegepersonal bei Pädiatrischer Knochenmarktransplantation“ wurde am 14. Dezember 2010 in Istanbul einberufen. Vertreter der Projektpartner sowie Gäste von Hemosoft (Projektleitung) nahmen an dem Treffen teil.

Das Treffen wurde von Hemosoft eröffnet. Die Mitglieder der Projektleitung stellten sich vor, Hemosoft hielt einen Vortrag über das Firmenprofil, sprach über die Erfahrung mit früheren Leonardo da Vinci-Projekten und bedankte sich bei allen Partnern für die Teilnahme an diesem sehr wichtigen Projekt. Alle Partner stellten sich dann ihrerseits vor und berichteten über ihre jeweiligen Organisationen. Es folgten weitere Präsentationen von Hemosoft, der Hacettepe Universität und den Gästen von der Exekutivagentur für Bildung, Audiovisuelles und Kultur (EACEA). Es war besonders vorteilhaft für die EACEA ihre Beobachter unter den Teilnehmern des Treffens zu haben, da sie auf diese Art wertvolle Informationen über die administrativen und finanziellen Aspekte des Projekts gewinnen konnten. Während der Vorträge der weiteren Projektteilnehmer und den daran anknüpfenden Diskussionsrunden wurden elementare inhaltliche als auch administrative Fragen geklärt.
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ENTNAHME UND VERARBEITUNG VON HÄMATOPOIETISCHEN STAMMZELLEN
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Jaime Sanz Caballer, Valencia, Spanien

EINFÜHRUNG

Das Ziel der hämatopoietischen Stammzelltransplantation ist eine komplette Wiederherstellung der normalen Lymphozyten-Hämatopoiese bei einem Patienten mit Knochenmarkschäden, primären Immundefekten oder Stoffwechselerkrankungen nach einer Konditionierung mit Chemotherapie und/oder Strahlentherapie.

Diese Konditionierung wird als Teil der Behandlung verabreicht, wie beispielsweise bei einer autologen Transplantation, jedoch auch als präparative Maßnahme um die neuen hämatopoietischen Stammzellen (HSC) zu übernehmen, wie beim allogenen Setting.

Ausgenommen einiger nicht myeloablativen Konditionierungen kann sich Knochenmark nach der Konditionierungsbehandlung nicht selbstständig erneuern, deswegen muss HSC infundiert werden, um die normale Funktion des Knochenmarks wiederherzustellen. Die Erholung hängt zum Teil von der Anzahl und der Qualität der infundierten hämatopoietischen Vorläuferzellen ab. Üblicherweise kann nach dem Erreichen einer normalen Hematopoiese durch die Infusion von HSC die erfolgreiche Transplantation festgestellt werden.

HSC kann aus verschiedenen Quellen gewonnen werden, einschließlich Knochenmark, mobilisiertem peripherem Blut und Nabelschnurblut. Die bevorzugte Quelle dieser ist dabei umstritten, wenigstens für bestimmte Krankheiten und Spendertypen (nicht verwandt vs. verwandt und pädiatrische vs. erwachsene Spender). Der perfekte HLA-identische Geschwisterspender existiert in der Regel nur bei 30% aller Patienten, die eine Transplantation benötigen. Für die übrigen Patienten wird es notwendig sein, einen abgestimmten unabhängigen freiwilligen Spender zu finden, der allerdings nicht immer verfügbar sind. Dies kann längere Suchzeiten nach sich ziehen, die die Ergebnisse der Transplantation umfassend beeinflussen können. In solch einem Fall bietet ein HLA-mismatched, T-Zellen-verarmtes Transplantat aus einem verwandten oder Fremdspender oder aus nicht verwandtem, bereits kryokonservierten Nabelschnurblut eine alternative Stammzellquelle.

Während der vergangenen Jahre hat sich die Stammzelltransplantation, vor allem in der allogenen SZT, zu einem komplexer Vorgang entwickelt und die Wiederherstellung einer normalen Funktion des Knochenmarks ist nicht ausreichend genug, um eine erfolgreiche Transplantation sicherzustellen. Beispielsweise bleibt das Aufrechterhalten einer Transplantat-gegen-Tumor-Wirkung auf der einen Seite und das Vermeiden einer schweren Graft-versus-Host-Reaktion(GvHR) auf der anderen Seite eine der zentralen Komplikationen bei allogener Transplantation für Leukämien. Daher könnte sich eine T-Zell-Depletion als sinnvoll erweisen, um das Risiko einer GvHR zu reduzieren. Daneben kann die Infusion von T-Zellen erforderlich sein, um den Transplantat-gegen-Tumor-Effekt zu verbessern.

In diesem Kapitel wird eine grundlegende Überprüfung der häufigsten Quellen von HSZ durchgeführt. Es wird gezeigt, wie diese Zellen gesammelt und verarbeitet werden können.


Hämatopoetischen Stammzellen

Anfänglich aus funktionaler Sicht wurden hämatopoietischen Stammzellen als diejenigen Zellen definiert, die eine selbsterneuernde Kapazität aufweisen und daher in der Lage sind, eine lang anhaltende normale Knochenmarkfunktion in letal bestrahlten Mäusen wiederherzustellen. Dieser funktionale Ansatz könnte auch auf den Menschen übertragen werden, indem man demonstriert, dass Stammzellen in der Lage sind eine defekte Lympho-Hämatopoiese, z.B. bei Patienten mit primärer Immunschwäche oder aplastischer Anämie, wiederherzustellen

Über Jahre hinweg wurde von besonderem Interesse zur Identifizierung und Charakterisierung dieser Zellen berichtet. Entweder als ex-vivo-Kultur oder indem spezifische Zelloberflächen-Epitope definiert werden, die von monoklonalen Antikörpern erkannt werden können und nicht nur charakteristische Marker für bestimmte Zellinien, sondern auch die Reifungsstufe dieser Zellen darstellen. Obwohl das endgültige Phänotyp der meisten unreifen humanen HSZ nicht vollständig definiert ist, ist dennoch bekannt, dass die Infusion von hochgereinigten CD34 +-Zellen ein schnelles und anhaltendes Anwachsen sowie die Wiederherstellung des lympho-hämatopoietischen Systems begünstigt.

Aus praktischen Gründen werden daher Vorläuferzellen, die das CD34-Antigen enthalten, als Träger der entsprechenden Stammzell-Populationen angesehen. Es gibt wahrscheinlich auch andere Zellsubpopulationen die als Stammzellen fungieren könnten, beispielsweise CD133 + Zellen. Aber sie werden normalerweise nicht als Transplantat-Quelle verwendet oder um die Stammzellen-Menge einer Transplantation zu charakterisieren.


Knochenmark als Stammzellquelle

Knochenmark ist die typische Quelle für HSZ seit mehr als 40 Jahren. Seit den 1990ern wird ein verstärkter Einsatz von mobilisierten peripheren Blutstammzellen (PBSZ) beim autologen als auch allogenen Setting beobachtet. Heute werden fast alle autologen Transplantationen mit PBSZ bei pädiatrischen als auch erwachsenen Patienten durchgeführt. Bei allogenen Transplantationen gibt es dagegen noch einige Kontroversen. Einerseits ist die Anzahl der CD34 +-Zellen in PBSZ höher im Vergleich zu Knochenmark, was zu einer schnelleren Verpflanzung führen kann. Andererseits ist die Zahl der T-Zellen ebenfalls höher, was zu einer höheren Rate von insbesondere chronischer GvHR führt, wie mehrere Studien gezeigt haben.

Obwohl viele erwachsenen Spender eine ambulante Entnahme von PBSZ einer Entnahme von KM, die eine Vollnarkose erfordert, vorziehen würden soll hier betont werden, dass in kleineren Familien weiterhin eine KMT die Methode der Wahl darstellt. Zudem sind mobilisierte PBSZ-Spenden innerhalb der pädiatrischen Altersgruppe aufgrund der erforderlichen Cytokin-Anwendung in einigen Ländern nicht zugelassen.

Knochenmarkentnahme

Das Knochenmark (KM) wird typischerweise vom hinteren Beckenkamm des Spenders entnommen. Das Verfahren wird in der Regel unter Vollnarkose oder selten Regionalanästhesie durchgeführt. Die Entnahme beginnt an der Spina iliaca posterior superior. Eine normale Sammlung erfordert etwa 200 bis 300 Stiche direkt durch die Haut oder über einen kleinen Einschnitt. Sobald die Nadel die Knochenkortex passiert hat wird in der anschließenden Phase der Aspiration mit einer heparinisierten Spritze das Knochenmark abgesaugt. Dabei wird nicht mehr als 5-10 ml des Knochenmarks entnommen. Das abgesaugte Produkt wird anschließend filtriert und in einem Antikoagulans-Lösung bereitgestellt, üblicherweise in einer Konzentration von ACD 1: 10 Vol. ACD: vol BM und/oder 10 IU Heparin pro ml KM.

Das entnommene Knochenmark ist immer mit normalem Blut kontaminiert. Der kontaminationsgrad ist immer abhängig von dem entnommenen Gesamtvolumen des KM aber natürlich auch von der Entnahme-Technik, sie ist geringer nach kräftiger, kurzer Aspiration. Die empirisch über 4 Jahrzehnte etablierte Zelldosis beruht auf der Menge von kernhaltigen KM-Zellen, die mindestens 1 - 2 x 108/kg für autologe Transplantationen und wenigstens 2 x 108/kg, besser 4 - 6 x 108/kg für allogenen Transplantationen.

Der vordere Beckenkamm könnte ebenfalls für die Entnahme verwendet werden, falls notwendig, aber die Menge, die gesammelt werden kann, ist in diesem Fall deutlich geringer als bei Verwendung des hinteren Beckenkamm.

Unerwünschte Ereignisse im Zusammenhang mit Knochenmarkentnahme

Knochenmarkentnahme ist ein sicheres Verfahren und ist in erster Linie mit nur leichten und vorübergehenden Nebenwirkungen verbunden. Die überwiegende Mehrheit der Spender spürt Schmerzen im Einstichbereich. Geringe Nebenwirkungen könnten auch in Form von Fieber, Übelkeit, Erbrechen oder leichte Kopfschmerzen auftreten.

Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse nach Knochenmarkspende sind mit einer erwarteten Häufigkeit von 0,1%-0,3% selten und sie lassen sich in fünf Risikokategorien unterteilen: die Anästhesie, Infektion, mechanische Verletzungen, Transfusionsmedizin und andere. Allogene Bluttransfusionen werden nicht routinemäßig verwendet, da der Blutverlust dies in der Regel nicht erforderlich macht. Das Gesamtvolumen des gesammelten Knochenmarks sollte eine Menge von 15 bis 20 ml/kg Körpergewicht des Empfängers nicht überschreiten. Einige Zentren verwenden eine autologe Blutentnahme vor der Prozedur, die während oder nach der Knochenmark-Entnahme wieder transfundiert wird.


Periphere Blutstammzellen als Stammzellquelle

Periphere Blutstammzellen (PBSC) werden heute zunehmend als Quelle von Stammzellen für HSZT eingesetzt. Unter normalen Bedingungen wird die Anzahl von zirkulierenden CD34 +-Zellen im peripheren Blut als zu gering angesehen. Aus diesem Grund ist eine mobilisierte Behandlung erforderlich ist, um die Anzahl von zirkulierenden CD34 +-Zellen im Blut zu erhöhen.

Mobilisierung der PBSC

Die gängigste Methode zur Mobilisierung zirkulierender Stammzellen in peripherem Blut ist die Verwendung von Wachstumsfaktoren, insbesondere G-CSF. Eine Dosis von 10 bis 16 mcg/kg pro Tag während vier aufeinander folgenden Tagen ist in der Regel genug für eine gute PBSC Mobilisierung, gefolgt von der Aphärese am fünften Tag. In den meisten Fällen ist eine Entnahme ausreichend für sowohl für das autologe als auch das allogene Setting. Selten wird eine zweite Spende am sechsten Tag erforderlich; dies vor allem, wenn hohe Stammzell-Dosen für T-Zell-Depletion bei Ungleichheit zwischen Spender und Empfänger benötigt werden. Selten sind auch schlechte Mobilisierer, wobei eine Knochenmark-Entnahme einer PBSC-Entnahme folgen könnte.

Aus diesem Grund hat sich eine Anzahl von alternativen Wachstumsfaktoren, wie Stammzellenfaktor, bewährt. Während der letzten Jahre hat sich Plerixafor als wirksames Chemokin zusätzlich zu G-CSF für solche schlechten Mobilisierungen etabliert. Stammzellen haben CXCR4 Rezeptoren, die ihre Freisetzung im zirkulierenden Blut verhindern, indem sie mit einem entsprechenden Chemokin interagieren. Plerixafor hat eine starke und reversible Affinität zu diesen Rezeptoren, es blockiert die Interaktion zwischen Stammzellen und Knochenmark und entlässt die Stammzellen durch diesen Mechanismus in das zirkulierende Blut. In randomisierten klinischen Studien hat die Kombination von Plerixafor und G-CSF in der Tat bessere Ergebnisse gezeigt als eine Anwendung von G-CSF allein.

Eine andere Alternative für Stammzellenmobilisierung ist die Verwendung von Chemotherapie unter autologer Einstellung. Es wurde ein signifikanter Anstieg der zirkulierenden Stammzellen im peripheren Blut in der Folge einer Erholung des Knochenmarks nach Standard-Chemotherapie beobachtet, vor allem, wenn zusätzlich G-CSF verabreicht wird. Daher ist der am häufigsten vorkommende Mobilisierungsplan eine Kombination aus Cyclophosphamid plus G-CSF. Manchmal wird die Chemotherapie speziell für die Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung für PBSZ Entnahme verwendet, obwohl in einigen Fällen die hämatologischen Erholung sehr langsam ist und eine ausreichende PBSZ Entnahme nicht erlaubt.

Entnahme von PBSZ

Nach Mobilisierung muss das zirkulierende PBSZ unter Verwendung eines Aphärese-Geräts entnommen werden. Es gibt verschiedene Geräte, die ähnliche Ergebnisse liefern im Hinblick auf die gesammelten CD34 +-Zellen. Die wichtigsten Unterschiede sind die Zahlen von verunreinigenden Blutplättchen oder roten Blutzellen im Endprodukt.

Um eine ausreichende PBSC Entnahme zu gewährleisten sollte die Zahl der CD34 +-Zellen mindestens 10 Zellen/Mikroliter am Tag der Entnahme nach der Mobilisierung betragen. Einige Zentren würden die Entnahme nicht starten, wenn eine minimale Anzahl von zirkulierenden CD34 +-Zellen nicht erreicht wird. Allerdings sollte man berücksichtigen, dass die Messung der CD34 +-Zellen im peripheren Blut, insbesondere bei niedrigen Niveaus, einen signifikanten Fehler aufweisen können.

Unerwünschte Ereignisse im Zusammenhang mit PBSC Sammlung

Wie bei der Knochenmark-Entnahme leiden die Spender von PBSZ meist unter leichten Nebenwirkungen, während schwere oder lebensbedrohliche Nebenwirkungen selten sind.

Die häufigste Nebenwirkung ist Knochenschmerzen im Zusammenhang mit der Behandlung mit G-CSF bei bis zu 85% der Spender. Es tritt in der Regel im Hüftbereich auf, im Bereich des Beckens, der Wirbelsäule und der Rippen. Andere leichte Nebenwirkungen sind Übelkeit, Erbrechen, Muskelschmerzen, Müdigkeit oder Schlaflosigkeit. Auch Veränderungen in der Chemie und Blutbild sind zu sehen (z. B. Erhöhung der LDH und Transaminasen, Verminderung der Blutplättchen). Typische Nebenwirkungen auch eine Hypokalzämie, falls Citrat als Antikoagulation verwendet wird. Es ist immer ein angemessenen venöser Zugang erforderlich. Bei einem Großteil der gesunden Spender werden PBSC Entnahmen unter Verwendung eines peripheren venösen Zugang, aber manchmal muss auch ein zentraler Katheter gesetzt werden. Dies zieht eine höhere Gefährdung für Nebenwirkungen nach sich. Wie bei der Knochenmarkentnahme treten schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen nach PBSC-Spenden mit einer erwarteten Frequenz von etwa 0,1% auf. Meistens folgen sie auf Zytokin-Behandlung oder Herz-Kreislauf-Stress. Auch Autoimmunerkrankungen, Ruptur der Milz und anderen Nebenwirkungen sind beobachtet. Sorge bereitete die Entwicklung von Leukämie nach G-CSF Verwaltung. Alle sorgfältigen Untersuchungen, die in großem Ausmaß stattgefunden haben legen jedoch nahe, dass dieses Risiko nicht höher ist als in der allgemeinen Bevölkerung gleichen Alters.


Manipulation von Stammzellen

Kryokonservierung von hämatopoetischen Stammzellen

Wenn hematopoietische Stammzellen (HSC), ob BM oder PBSC, innerhalb von 72 Stunden infundiert werden, ist eine ist Kryokonservierung nicht nötig. Das Material kann bei Raumtemperatur oder für längere Zeit bei 4 º C gelagert werden, je nach örtlichen Standards (SOPs).

Für Langzeitlagerung des HSCs sollte es kryokonserviert werden, je nach örtlichen Standards (SOPs) in einer Kryokonservierungs-Lösung (in der Regel 10% DMSO in autologem Plasma, HES oder Albumin). Nach dem kontrollierten Einfrieren der Zellen in flüssigem Stickstoff kann es für mindestens 10 Jahre gespeichert werden.

T-Zell-Depletion

Im Allgemeinen kann die Manipulation von Transplantaten in Eliminierungstechniken von Lymphozyten hauptsächlich für die GvHR-Prävention bei allogenen Transplantate, die Auswahl positive Stammzellen aus dem gleichen Grund und die Entfernung von Tumorzellen in autologen Transplantation unterteilt werden.

Beim allogenen Setting ist eine ex vivo T-Zell-Depletion bei Transplantaten mit erheblich fehlgepaarten Spendern obligatorisch, um eine tödliche GvHD zu vermeiden. Sie kann auch durchgeführt werden, um das Auftreten und die Schwere einer Graft-versus-Host-Reaktion bei einem besser abgestimmt Spender zu verringern. Der Erfolg des Verfahrens beruht auf der Trenntechnik, die Gesamtzahl der infundierten CD34 +-Zellen und die Anzahl und Zusammensetzung der verbleibenden Lymphozyten.

Das letztendliche Ziel bei allogenen Transplantationen ist die Vermeidung einer GvHR ohne dabei das Risiko eines Transplantatversagens zu steigern. Die Reduktion der T-Zellen auf weniger als 10^(4)/kg vom Körpergewicht des Empfängers ist in der Lage, eine schwere GvHD selbst bei HLA-Haplotyp fehlgepaarten Transplantationen zu verhindern. Auf der anderen Seite sollte eine minimale Dosis von CD34+ Zellen von 2 x 10^(6)/kg oder höher in HLA-angepassten oder unabhängigen Transplantationen erreicht werden, bis hin zu einer Dosis von 10 x 10^(6)/kg oder höher bei HLA-haploidentischen Transplantationen, um Transplantatversagen vermeiden.

Das heute am weitesten verbreitete Verfahren zur ex-vivo Lymphozyten-Depletion oder CD34 + positiv-Selektion ist eine immunomagnetische Sortier-Technik unter Verwendung von monoklonalen Antikörpern. Dieses Verfahren ermöglicht die Herstellung von Transplantaten mit einer großen Anzahl von hoch gereinigten CD34 +-Zellen oder andere Stammzelle Zusammensetzungen, kombiniert mit einer definierten Anzahl von niedrigen oder sehr niedrigen T-Zellen, T-und B-Zellen oder Lymphozyten-Teilmengen.

Jedoch sei darauf hingewiesen, dass der Verlust der kritische T-Zellzahlen bzw.-Teilmengen in der Transplantation das Risiko einer verspäteten Immunrekonstitution vergrößert und zum Verlust der Graft-versus-Tumor-Wirkung führt.


Nabelschnurblut

Seit 1988 wurde Nabelschnurblut (NB) Stammzellen wurde eine alternative Zellquelle zur allogenen Transplantation entweder von nicht verwandten Spendern oder in seltenen Fällen von einem Geschwister Spender. Der klare Vorteil ist die hohe Konzentration von unreifen Stammzellen, die sofortige Verfügbarkeit von bereits gekennzeichnet und kryokonserviert Produkten und der niedrigen Rate der akuten GvHR bei Transplantationspatienten, auch wenn mehr HLA Unterschiede im Vergleich zu erwachsenen freiwilligen Spendern akzeptiert werden.

Aber es gibt auch Nachteile wie einen längeren Zeitraum der hämatologischen und immunologischen Rekonstitution. Daher ähneln die Transplantation Ergebnisse durch Nabelschnurblut denen der T-Zell-Depletion in Bezug auf HLA-haploidente Transplantationen, Infektionskrankheiten und Rückfallrisiken, sowie chronische GVHD.

Ein weiteres wichtiges Problem ist die geringe Gesamtzellzahl in einer einzigen Nabelschnurblut-Einheit, die die Verwendung dieser Stammzellquelle bei Säuglingen und Kleinkindern ermöglicht. Sie erfordert jedoch weiterführende Maßnahmen beim Einsatz bei erwachsenen Patienten, wie z.B. der Hinzuziehung mehrerer Nabelschnurblut-Einheiten.

Nabelschnurblut kann nach der Geburt aus der Plazenta erhoben und ist entweder immer noch "in utero" oder "ex utero". Die letzte Methode wird bevorzugt, sie ist technisch einfacher und sicherer. Obwohl der Versuch gemacht werden sollte, um so viel Nabelschnurblut wie möglich aus der Plazentavene zu sammeln, ist es wichtig sich daran zu erinnern, dass das Nabelschnurblut niemals die Sicherheit des Kindes oder der Mutter während der Geburt gefährden darf.

Für "in utero"-Entnahme wird eine Sammlung vor der Auslieferung vorbereitet. Nach Geburt des Kindes und vor dem Plazentaausstoß wird die Nabelschnur geklemmt und geschnitten wie gewohnt. Dann wird unter Verwendung einer spezifischen Nadel und unter aseptischen Bedingungen das Blut durch Schwerkraft in einen Beutel mit der Antikoagulans-Lösung überführt. Die "ex utero"-Spende wird nach der Plazentaausstoß in einem separaten Raum mit einer ähnlichen Technik durchgeführt. Im Idealfall wird eine Nabelschnurblutmenge von rd. 120 ml, aber nicht weniger als 40 ml, gesammelt.

Nach der Entnahme wird die Nabelschnurblut-Einheit für die Verarbeitung ins Labor geliefert und getestet, verarbeitet und in flüssigem Nitrogen innerhalb von 48 Stunden nach der Entnahme gelagert. Die Mehrzahl von Laboratorien bevorzugen die Entfernung von roten Blutzellen und des Plasmas um auf diese Art an Platz zu sparen, das einen niedrigeren DMSO Gehalt und eine Anwendung ohne Reinigungsverfahren nach dem Auftauen ermöglicht.

Wenn eine einzelne Nabelschnurblut-Einheit für einen pädiatrischen Patienten ausgewählt wird, sollte die HLA-Antigen-Identität wenn möglich mindestens 4/6, mit HLA-A,-B, und DR betragen, die kernhaltige Zellzahl sollte oberhalb 3,7 x 10^(7)/kg sein und die CD34 +-Zellen Zahl über 1,7 x 10^(5)/kg Körpergewicht des Empfängers.



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  • Interne Revision: Prof. Dr. Petr Sedlaçek, Karlsuniversität, Prag, Tschechische Republik
    Prof. Dr. Duygu Uçkan, Hacettepe University, Ankara, Turquía

  • Externe Revision: Dr. med. Wolfram Ebell, Charité - Universitätsmedizin Berlin, Berlin, Deutschland

  • Bearbeitet: von Dr. med. Wolfram Ebell